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Band - Miss Donnithorne's Maggot | Infinito nero


Miss Donnithorne's Maggot | Infinito nero
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Musiktheater für Mezzosopran und Ensemble von Peter Maxwell Davies Text von Randolph Stow Ekstase in einem Akt von Salvatore Sciarrino Fragmente von Maria Maddalena de‘ Pazzi zusammengestellt von Salvatore Sciarrino

DIE GRENZEN DES VERSTANDES
Zwei Frauen haben sie hinter sich gelassen

1856, vier Jahre nach dem Tod ihres Vaters, der Richter der East India Company in Bengalen gewesen war, wollte Miss Donnithorne heiraten. Einen Marineoffizier. Die Braut war festlich gekleidet, die Festtafel gedeckt. Die Hochzeitsgäste hatten sich versammelt, und die Kutschen warteten darauf, die Gesellschaft zur Kirche zu fahren. Nur einer fehlte: der Bräutigam. Miss Donnithorne sollte ihn nie wieder zu Gesicht bekommen. Wohin er verschwunden war, ist bis heute ein Rätsel.

Wie unsere Heldin mit diesem Schlag fertiggeworden ist? Allem Anschein nach hat er ihr den Verstand geraubt. Sie wurde zur Einsiedlerin. Die Vordertür ihres Herrenhauses war mit einer Kette gesichert, sodass sie nur einige Zoll breit geöffnet werden konnte. Wenn es unumgänglich war, dass die Herrin des Hauses mit einem Besucher sprach, wurde die Unterhaltung durch die fast geschlossene Tür geführt. Als sie starb, fand man das Hochzeitsmahl auf ihrem Esstisch stehen – zerfallen zu Staub. Selbst die Tischtücher waren morsch und zerfallen. Als ich an ihre Türe klopfte, wurde sie einen Spalt weit geöffnet, und es erschien eine ältliche Bedienstete, die mich fragte, was ich wünschte. Hinter ihr sah ich Miss Donnithorne, groß, stattlich, ganz in weiß gekleidet, im Flur oder der Halle stehen. Sie trug bis zum Tag ihres Todes ihr Brautkleid – so heißt es zumindest. Ihre Beerdigung war ihr erster Ausflug seit dreißig Jahren. (Randolph Stow)

Maria Maddalena Pazzi war eine Verrückte, die mystische Visionen hatte. Sie hat nicht »gesprochen « – die Worte sind aus ihr förmlich herausgeschossen, wie bei einem Maschinengewehr, und dann verfiel sie plötzlich in langes Schweigen. Das sind nicht mehr einzelne Wörter, es entsteht ein Wortschwall, ein Fluss von Wörtern. Fluss im Sinne von Fließen, aber auch von beeinflussen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schreiben könnte, diesen Anfang mit dem Atemrhythmus. Ist es das eigene Herz, was man da hört, oder der Atem – man weiß es nicht. Die Askese ist ja nichts anderes als das Schweigen. Alle Sprach- oder Erlebnisformen, wenn sie beschränkt werden, verändern sich, verlieren ihre Normalität. Es reicht ein einziger Klang, um zu verstehen, was der Klang und was das Schweigen ist. (Salvatore Sciarrino)

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